Jöhstäder Oldtimerfest

Jöhstädter Oldtimerfest - die Geschichte

 

Warum organisiert ein „Lose Schüttung“ genannter Freundeskreis ein Oldtimertreffen bei dem die Entfernung von Wohnort und Veranstaltungsort zwischen 100 und 300 km beträgt?

 

Zwischen Wolkenstein und Jöhstadt verkehrte von 1892 an eine Schmalspurbahn mit 750 mm Spurweite. In der Literatur wird die Strecke als die landschaftlich schönste Schmalspurbahn Sachsens beschrieben. 1984 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs, 1986 war auch mit dem Güterverkehr Schluss. Übrig blieb ein Denkmal im Bahnhof Großrückerswalde in Form eines Personen und eines Gepäckwagens. 1990 trat die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn e.V. an um den Streckenabschnitt Jöhstadt – Steinbach als Museumsbahn wieder aufzubauen. Seit Sommer 1990 bin auch ich Mitglied im Verein. Hier traf ich auch Micha und Ralf. Micha war auch von Anfang an mit im Verein und brachte seinen S 4000 Pritsche und einen LO 3000 Pritsche Armeeausführung mit. 1991 war ich mit meinem S 4000 Pritsche Hochbord in Jöhstadt zu Gange. Zu besten Zeiten waren mit dem S 4000 Kipper von Gerd Lindner 3 Werdauer Lkws für den Wiederaufbau der Preßnitztalbahn im Einsatz.

Ralf hat sich in der Zwischenzeit einen Ikarus 66 zugelegt. Es war die Zeit, wo das Angebot noch reichlich war und das Busfieber sich noch (fast) ungehindert ausbreiten konnte.

 

Seit Pfingsten 1993 war ich mit meinem H 6 Bus regelmäßig im Preßnitztal unterwegs. Beim Bahnhofsfest zu Pfingsten stand der 1,5 km lange Pendelverkehr zwischen Bahnhof und Parkplatz am bekannten 14 %igen Stadtberg auf dem Programm. Zu den Fahrtagen um den 3. Oktober gab es Schienenersatzverkehr zwischen Schmalzgrube und Steinbach dem Endpunkt der Strecke. Seit August 2000, der Eröffnung der Gesamtstrecke, ist beides Geschichte. Wer´s nicht erlebt hat dem kann man nur sagen. Verpasst!

 

1995 war der Andrang an Fahrgästen derartig gestiegen das Ralf mit seinem neu erstandenen Ikarus 55 mit in den Pendelverkehr einstieg.

Micha, Ralf und ich kamen durch unsere Verbindungen zur Oldtimer – Nutzfahrzeug / Bus Szene irgendwann auf die Idee beides miteinander zu verbinden. Mit meinem Bus sowie auch mit einem weiteren Fahrzeug aus meiner damaligen umfangreichen Sammlung waren wir bei den Pionieren der Nutzfahrzeugszene in Neschwitz gewesen. Wir fingen ganz klein an, zur persönlichen Gaudi. 1994 gaben wir als Motiv an Fahrzeuge in Blau – Weiß, die Modefarbe der 60iger Jahre.

Da 1996 Nutzfahrzeugtreffen in unseren Landen noch recht selten waren, wollten wir es einmal ausprobieren ein Oldtimertreffen zu organisieren. So standen wir ungezählte Male an der berühmten Werkbank in Meißen und saßen bei mancher Flasche Bier in Jöhstadt zusammen um die "Rosinen" im Kopf zu ordnen. Historische Fahrzeuge auf Straße und Schiene in einer schönen Landschaft, alle Fahrzeuggattungen wobei die Hälfte der Teilnehmer Nutzfahrzeuge / Busse sein sollten und ein möglichst eigener Still bei Organisation und Ausgestaltung z.B. der Wertungen und Pokale sollte das Jöhstädter Oldtimerfest prägen. Von diesem Anspruch konnte man sich nunmehr schon 5 mal überzeugen. Unser erstes Oldtimerfest zogen wir dann mit sieben Mann Personal über die Bühne. Wirtschaftlich nicht unbedingt ideell aber außerordentlich erfolgreich hieß das Fazit dieser Veranstaltung.

Es sollte unbedingt weitergehen war die Meinung aller Teilnehmer und Mitwirkenden, Ideen hatten wir ja auch noch genug im Hinterkopf. Einig waren wir uns die Oldtimerfeste im 2 Jahres Ryhtmus zu organisieren. Gerade in der jetzigen Zeit wo es (fast genug) Treffen auch mit Nutzfahrzeugen gibt will der geneigte Teilnehmer ja nicht jedes Jahr an den gleichen Ort fahren und unser mittlerweile auf 20 – 25 Leute angewachsenes Veranstalterteam kommt ja aus Dresden, Meißen, Freital, Weimar, Bad Berka, Berlin und Schönheide. Aber zurück zum 2. Oldtimerfest: Diesmal auch wirtschaftlich ein Erfolg. Zu dem schon anspruchsvollen Anreiseweg in die Berge gesellte sich eine weitere Typische Gebirgsgröße: Das Wetter. Es gab Nebel des Abends, einen kräftigen Wind des Nachts, aber auch Sonnenschein am Tage und gute Stimmung. Das Treffen fand wieder im Gewerbegebiet statt diesmal aber auf dem Gelände der Firma Dietel Fensterbau. Seit dieser Zeit gibt es auch den Buspendelverkehr mit dem H 6 B/L zwischen Veranstaltungsgelände und Bahnhof sowie die berühmten Stationen für die Wertung Vielseitigster Kraftfahrer.

Das 3. Jöhstädter Oldtimerfest brachte eine große Neuerung. Durch die Unterstützung der Stadt Jöhstadt bot uns der Bürgermeister den Marktplatz als Veranstaltungsgelände an. Ein befestigter Platz und windgeschützt – sehr vorteilhaft im Gebirge. Durch die Festwoche zur Eröffnung des Bahnhofes Steinbach gab es eine Anzahl Dampflokomotiven auf der Museumsbahn zu erleben die so schnell nicht wieder zu erreichen sein wir.

 

Zum 4. Oldtimerfest 2002 konnten wir erstmals den Jöhstädter Stadtberg mit dem Korso befahren, vorher mussten wir mit den Fahrzeugen immer außen um die Stadt herum fahren. Veranstaltungsort war wieder der Marktplatz in Jöhstadt. Etwa 100 Teilnehmer waren unserer Einladung ins Erzgebirge gefolgt. Eine Größenordnung bei der wir uns einpendeln, denn mehr Fahrzeuge bekommen wir nicht auf den Marktplatz. Wir wollten und wollen nie das Größte Oldtimertreffen werden. Unser Anspruch bleibt beim Familiären Charakter und mit unserem eigenen Stil

2004 fand das 5. Jöhstädter Oldtimerfest statt ohne große Neuerungen. Das Grundkonzept ist nach wie vor erfolgreich.

2006 fand das 6 Jöhstädter Oldtimerfest selbstverständlich wieder auf dem Marktplatz statt.

www.H6Bus.de

2008 stand trotz aller gewollten Kontinuität eine große Neuerung an. Das 7. Jöhstädter Oldtimerfest fand auf dem Bahnhof Steinbach statt. Trotz eines sehr ergiebigen Regenwochenendes war das Gelände bis auf den letzten Platz gefüllt. Respekt an die zahlreichen Zweiradfreunde die auch bei diesem Wetter angereist waren.

www.H6Bus.de

2010 waren wir wiedermal mit schönstem Wetter an der Reihe. Zur 8. Auflage unseres Festes waren wieder mehr als 100 Fahrzeuge aller Größenordnungen angereist.

www.H6Bus.de